Damit größere Seelsorgeräume nicht anonym werden, braucht es starke lokale und thematische Substrukturen. Gemeint sind Teams, Ausschüsse, Initiativen und Netzwerke, in denen Verantwortung konkret wahrgenommen werden kann. Diese neue Strukturform wird zwar erst dann konkret, wenn die Fusionsprozesse abgeschlossen sind, kann aber bereits während des Fusionsprozesses vorbereitet werden. Nach dem offiziellen Stichtag der Fusion folgen in etwas zeitlichem Abstand zunächst die Wahlen des Kirchenvorstands und des Rates der Pfarrei. Aufbauend auf diesen Wahlen wird gemeinsam geschaut, welche Orte, Angebote, Initiativen und Pastoralen Projekte welche konkrete Form ausmachen und wie sie individuell mit rechtsverbindlicher Verantwortung und einem angemessenen finanziellen Rahmen auszustatten sind.
Das Erzbistum setzt dabei auf eine Vielfalt dezentraler, selbstorganisierter Initiativen und Netzwerke. Dazu gehören lokale Kirchenentwicklung, ökumenische und nicht-kirchliche Kooperationen sowie digitale Formen der Vernetzung, Verkündigung und Gemeinschaft. Substrukturen werden dabei so flexibel wie möglich sein, damit sie die Besonderheiten vor Ort aufgreifen können.
Solche Substrukturen können zum Beispiel lokale oder thematische Gemeindeteams, Teams an verlässlichen Orten, Ausschüsse, Projektgruppen oder Netzwerke sein. Sie können sich um Themen wie Familienpastoral, Jugend, Liturgie, Kirchenmusik, Caritas, Glaubenskommunikation, Katechese oder soziale Präsenz, also eine Wahrnehmung von Menschen mit sozialen Angeboten und Initiativen, kümmern.
So entsteht ein Netzwerk der Verantwortung: Das Pastorale Zentrum, verlässliche Orte, lokale Teams, thematische Initiativen, Gremien, Einrichtungen, Hauptamtliche und Ehrenamtliche arbeiten nicht nebeneinander, sondern miteinander. Kirche bleibt dadurch auch in größeren Seelsorgeräumen konkret, erreichbar und gestaltbar.
Lokale Verantwortungsstrukturen werden durch diesen Gestaltungsprozess somit weiter ausgearbeitet und vorbereitet. Damit wird deutlich: Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur Ergänzung, sondern eine tragende Säule kirchlichen Lebens. Hauptamtliche und Hauptberufliche begleiten, unterstützen, vernetzen und qualifizieren. Ehrenamtliche bringen ihre Charismen, Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen ein.
Leitend ist dabei das Subsidiaritätsprinzip: Was vor Ort beraten, gestaltet und verantwortet werden kann, soll vor Ort entschieden werden. Themen mit grundlegender pastoraler, wirtschaftlicher oder rechtlicher Bedeutung bleiben auf der strategischen Ebene des Seelsorgeraums beziehungsweise in den dafür zuständigen Gremien.