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© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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Wie verändern sich die Strukturen?

Im Zentrum der pastoralen Transformation steht die Bildung von Seelsorgeräumen. Diese sind ein größerer pastoraler Bereich, in dem Kirche gemeinsam neu gestaltet wird – verlässlich, vielfältig und nah an den Menschen. Ein Seelsorgeraum ist ein klar abgegrenztes geografisches Gebiet mit individuellem pastoralen Profil. Dort arbeitet ein Pastoralteam gemeinsam mit ehrenamtlich Engagierten, um Kirche durch pastorale Angebote, Begleitung, Gottesdienste und Gemeinschaft zu gestalten.

Seelsorgeräume

Zukünftig wird es im Erzbistum Paderborn 21 Seelsorgeräume geben, in denen das Pastorale Personal eingesetzt wird. Pro Seelsorgeraum gibt es ein multiprofessionelles Team bestehend aus Seelsorgerinnen und Seelsorgern, Pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Verwaltungsleitungen und anderen.

Die Seelsorgeräume werden von einem Team geleitet, bestehend aus einem Pfarrer, einer Verwaltungsleitung und einer Pastoralen Koordination. Diese arbeiten eng mit dem Rat der Pfarrei und dem Kirchenvorstand zusammen.

Für jeden Seelsorgeraum wird ein eigenständiges pastorales Profil erarbeitet.

In jedem Seelsorgeraum wird es ein Pastorales Zentrum und eine vor Ort individuell festzulegende Anzahl verlässlicher Orte mit hauptamtlich, hauptberuflich und/oder auch  ehrenamtlich getragenen Angeboten geben. Anzahl und Standorte der verlässlichen Orte werden in den Seelsorgeräumen gemeinsam beraten.

Ein Seelsorgeraum wird in der Regel aus einer Pfarrei bestehen (Ausnahmen durch Diözese vorgegeben). Sukzessive Fusionen von Kirchengemeinden finden in der Regel im Modus von Auflösung und Neuerrichtung statt.

Jeder Seelsorgeraum erhält so eine rechtliche Struktur, die eine gemeinsame Ausrichtung als Einheit ermöglicht und gleichzeitig ein Netzwerk für lokale Mitgestaltung des Glaubenslebens vor Ort durch flexible Substrukturen sicherstellt, dazu gehören beispielsweise lokale und thematische Gemeindeteams.

In einigen Seelsorgeräumen wird es auch Bistumsorte mit über den Raum hinausstrahlender Bedeutung geben.

Weiterführende Informationen zu den Seelsorgeräumen und den damit verbundenen Begriffen finden Sie hier:

Die wichtigsten Eckpunkte zum Seelsorgeraum:

  • Besteht in der Regel aus einer Pfarrei
  • Eigenes pastorales Profil je Raum
  • Leitungstrio aus Pfarrer, Verwaltugsleitung und Pastoraler Koordination in Zusammenarbeit mit Rat der Pfarrei und Kirchenvorstand
  • Multiprofessionelle Teams
  • Deutliche Förderung von ehrenamtlich Engagierten
  • Vielfalt dezentraler (selbst-)organisierter Initiativen und Netzwerke

Ein stimmiges Gesamtbild des Seelsorgeraums

Ein Seelsorgeraum besteht aus

  • einem Pastoralen Zentrum mit verlässlicher Erreichbarkeit des Pastoralteam und einem vielfältigen, vollständiges Angebot an kirchlichem Leben (Eucharistie, Sakramentenspendung, liturgische Vielfalt)
  • vielen verlässlichen Orten, die von hauptamtlich/hauptberuflichen oder ehrenamtlichen Engagierten getragen werden. Dies können Kirchen, Kitas, Schulen, Soziale Einrichtungen, Verbände, etc.

In wenigen Seelsorgeräumen gibt es auch einen Bistumsort, der eine bistumsweite Ausstrahlung mit spezifischer pastoraler Ausrichtung für bestimmte Zielgruppen beinhaltet.

Vielfalt dezentraler (selbst-)organisierter Initiativen und Netzwerke - So könnten die Substrukturen im Seelsorgeraum aussehen

Ein Seelsorgeraum beinhaltet eine Vielfalt dezentraler (selbst-)organisierter Initiativen und Netzwerke.

  • Zunehmend ehrenamtlich getragene Kirche in vielgestaltiger Form
  • Im Seelsorgeraum: Etablierung von Substrukturen, die so flexibel wie möglich sind, um die Besonderheiten vor Ort aufgreifen zu können (Subsidiarität)
  • Lokale Kirchenentwicklung
  • Ökumenische und nicht-kirchliche Kooperationen
  • Digitale Formen der Vernetzung, Verkündigung und Gemeinschaft

Wie dieses Netzwerk im Seelsorgeraum genau aussehen könnte wird weiter ausgearbeitet und in den synodalen Gremien diskutiert. Ein mögliches Modell zeigt das Schaubild.

Erklärfilm: So könnten starke Substrukturen im Seelsorgeraum aussehen - Ein Netzwerk der Verantwortung von der Basis bis zur Leitung

Gemeinsame Leitung des Seelsorgeraums und im Seelsorgeraum

  • Differenzierte Formen von kirchenrechtskonformen Modellen gemeinsamer Leitung (des Seelsorgeraums und im Seelsorgeraum)
  • Kooperative Leitung des Seelsorgeraums von einem Trio aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung
  • Gemeinsame Führung des Leitungs-Trios durch eine Organisationseinheit auf  Diözesanebene
  • Leitung in der Übergangszeit (von Errichtung der Seelsorgeräume bis Start der Trios) in der Regel durch die heutigen Dechanten als Übergangsleiter zzgl. eines erweiterten Teams
  • Es wird ein obligatorisches Bewerbungsverfahren zur Auswahl der Rollen der Pastoralen Koordination und Verwaltungsleitung geben; Ein hybrides Verfahren (Ausschreibung und Ansprache) ist für die Rolle des Trio-Pfarrers vorgesehen.
  • Besetzung der Rolle der Past. Koordination durch Laiinnen/ Laien oder Kleriker. Die Pastorale Koordination ist grundsätzlich vorgesehen für Pastoralreferentinnen/ Pastoralreferenten, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten, Ständige Diakone und Priester
  • Einübung einer synodalen Beratungs- und Entscheidungskultur

Umfassende Engagementförderung

  • Bereitstellung von (u. a. personellen / finanziellen) Ressourcen in jedem Seelsorgeraum zur umfassenden Engagementförderung
  • Das heißt: Investition in Engagementfördererinnen und Engagementförderer (100% BU pro Seelsorgeraum) und in eine Maßnahmenförderung durch Fortbildung, Begleitung und spirituelle Zurüstung für Engagierte

Unverzichtbar für die pastorale Transformation: die Caritas

Eine bedeutende Rolle bei der pastoralen Transformation und der Bildung von Seelsorgeräumen wird auch die Caritas im Erzbistum mit ihren zahlreichen Verbänden und Einrichtungen spielen. Die Caritas ist ein wichtiger Teil der Kirche und keine Parallelorganisation. Wenn es darum geht, die Nähe zu den Menschen zu bewahren oder weiter auszubauen, sind die zahlreichen caritativ Engagierten in der Kirche unverzichtbar. Die vielen Caritas-Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Beratungsstellen für Menschen in Not oder Einrichtungen der Altenhilfe können Teil des kirchlichen Netzwerkes aus verlässlichen Orten sein, welches das individuelle Profil eines Seelsorgeraumes ausmacht.