Das Erzbistum Paderborn versteht die Transformation als Geschehen im Sinne eines grundlegenden Wandels und als eine wesentliche Etappe im Bistumsprozess. Seit Jahren gehen Kirchenbindung und Religiosität zurück. Eine gleichgültige Haltung gegenüber Religion nimmt zu. Das Handeln der Kirchen erweist sich für das Leben vieler Menschen als zunehmend irrelevant. Die Teilnahme am gemeindlichen Leben und an den Gottesdiensten ist weiterhin stark rückläufig. Das Pastorale Personal, die Anzahl ehrenamtlich Engagierter sowie generell von Kirchenmitgliedern wird in den kommenden zehn Jahren weiter deutlich zurückgehen. Der Vertrauensverlust in die Institution Kirche, ausgelöst durch die Missbrauchsskandale, ist massiv. Es ist deutlich zu spüren, dass es kein „Weiter so!“ geben kann. Dem Erzbistum Paderborn ist bewusst, dass es vor diesem Hintergrund nicht allein darum gehen kann, Strukturen und Personalzuteilung anzupassen, sondern dass eine pastoral-inhaltliche und geistliche Neuausrichtung nötig ist.
Die neuen Konzepte nehmen die Profilierung und Konzentration der Pastoral in den Blick. Zentral ist die Ausrichtung auf Themenschwerpunkte, die sich an dem Profil des Seelsorgeraumes sowie an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und missionarisch und diakonisch ausgerichtet sind. Dezentrale Initiativen werden gestärkt.
Die strukturellen Veränderungen in der Pastoral sollen bis 2030 abgeschlossen sein. Da Transformation im kirchlichen Kontext kein einmaliges Geschehen, sondern eine permanente Veränderungsdynamik, einen geistlichen Wandel beschreibt, kann ein verbindliches Enddatum nicht genannt werden. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Die Arbeit und die Ergebnisse der Themengruppen sind in den Prozess eingeflossen. Aus den wichtigen Inhalten und Impulsen, die erarbeitet worden sind, ist das Gesamtbild für die Pastorale Transformation entstanden. Laufende Prozesse und Projekte werden nun sukzessive synchronisiert, sodass sie weiter auf den gesamten Bistumsprozess einzahlen.
Die bestehenden Pastoralvereinbarungen sind der Grundstock für die kommende Weiterentwicklung. Hier wurden Themen und Orte identifiziert. Diese Analyse kann helfen, Ableitungen für die Zukunft aufzustellen, zum Beispiel im Hinblick auf zukünftige verlässliche Orte.
Transparenz über den weiteren Bistumsprozess ist wichtig und seitens des Erzbistums selbstverständlich. Die Transformation soll ein gemeinsamer Weg sein, an dem sich möglichst viele Menschen beteiligen können. Insbesondere über die Homepage bistumsprozess.de kann man sich über die aktuellen Entwicklungen informieren, seine Fragen stellen und Resonanzen geben. Des Weiteren wird der Prozess begleitet von zentralen, dezentralen und digitalen Veranstaltungen und Resonanzformaten für die unterschiedlichen Interessensgruppen. Der Newsfeed auf bistumsprozess.de und der Veranstaltungskalender sind wichtige Informationsquellen für alle Engagierten und Interessierten.
Außerdem informieren wir regelmäßig in der wirzeit Zeitschrift für Engagierte und vernetzen die Mitarbeitenden und Engagierten in unserem Social Intranet.
In allen Schritten der bisherigen Bistumsentwicklung ging es auch um die Etablierung einer Feedbackkultur. Über die Beteiligungsphase zwischen April und Oktober 2025 konnte regelmäßig Feedback zur Pastoraltransformation gegeben werden. Ebenso in den nächsten Phasen, wenn es z.B. um die inhaltliche Profilbeschreibung der zukünftigen Seelsorgeräume geht, ist Feedback und Mitarbeit ausdrücklich erwünscht. Dies gilt für den gesamten Bistumsprozess, der als kontinuierlicher Verbesserungsprozess unter Beteiligung aller Interessensgruppen angelegt ist.
Eine Evaluation nach der Umsetzung ist vorgesehen. In welcher Form das passiert, wird im Prozess entwickelt.
Es wird wichtig sein, Bewährtes und weiterhin Wirksames zu würdigen und zu pflegen. Gleichzeitig muss in Neuaufbrüche und Innovation investiert werden. Aufgrund der Größe und der Unterschiedlichkeit der Erzdiözese wäre eine zentrale Koordination von Innovationen wenig zielführend. Dennoch stattet das Erzbistum innovative und neue Projekte über den Fonds “Neue Projekte zur Umsetzung des Zukunftsbildes und Zielbildes 2030+” mit großzügigen Mitteln aus.
Derzeit sind viele deutsche Diözesen in ähnlichen Prozessen unterwegs wie das Erzbistum Paderborn. Es bestehen gute Kontakte, um voneinander zu lernen. Sowohl positive Entwicklungen werden besprochen, als auch über Hindernisse diskutiert.
Auch die evangelische Kirche steht vor ähnlichen Herausforderungen wie die katholische Kirche. Von daher bestehen auch hier gute Kontakte und Kooperationen, die in den kommenden Jahren in unterschiedlichen Bereichen noch ausgebaut werden können (Beispiel: gemeinsame Nutzung von Gebäuden).
Die Caritas leistet als katholischer Wohlfahrtsverband einen wichtigen Beitrag in gesellschaftlichen Prozessen und trägt zur Versorgungssicherheit vieler Menschen in Notlagen bei. Darüber hinaus übernimmt die Caritas Verantwortung für die Ausgestaltung des diakonischen Auftrags von Kirche im Erzbistum Paderborn. Dabei ist die Caritas im Erzbistum aktuell mit rund 90.000 haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden für eine Millionen Menschen da. Die Caritas ist somit der „soziale Arm“ des Erzbischofs, nah bei den Menschen, im Alltag erfahrbar. Diese Nähe gilt es bei der Gestaltung der künftigen Seelsorgeräume im Rahmen des diözesanen Transformationsprozesses als verlässliche Orte einzubeziehen und zu stärken.