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© Andrii Yalanskyi / Shutterstock.com
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Was tut sich gerade in der Pastoraltransformation?

Mai 2026: Konkretisierungen zu den Seelsorgeräumen und zur Pastoralen Gesamtlandschaft

Nach dem Auftakt im April 2025, einer breit angelegten Resonanzphase und Beratungen im Dözesanpastoralrat und weiteren Gremien liegen seit Mai 2026 Konkretisierungen zu den Seelsorgeräumen und zur Pastoralen Gesamtlandschaft vor.

Ein wichtiger Meilenstein im Bistumsprozess ist somit erreicht: ein Rahmen für die zukünftige Zusammenarbeit in der Pastoral. In den nächsten Schritten geht es darum, den Raum gemeinsam mit Leben zu füllen: mit klaren Profilen, verlässlichen Orten und einer Pastoral, die sich an den Lebenssituationen der Menschen orientiert.

Ein stimmiges Gesamtbild des Seelsorgeraums

Ein Seelsorgeraum besteht aus

  • einem Pastoralen Zentrum mit verlässlicher Erreichbarkeit des Pastoralteam und einem vielfältigen, vollständiges Angebot an kirchlichem Leben (Eucharistie, Sakramentenspendung, liturgische Vielfalt)
  • vielen verlässlichen Orten, die von hauptamtlich/hauptberuflichen oder ehrenamtlichen Engagierten getragen werden. Dies können Kirchen, Kitas, Schulen, Soziale Einrichtungen, Verbände, etc. sein

In wenigen Seelsorgeräumen wird es auch einen Bistumsort geben, der eine bistumsweite Ausstrahlung mit spezifischer pastoraler Ausrichtung für bestimmte Zielgruppen beinhaltet.

Die 21 Seelsorgeräume sind umschrieben - ein lebendiges Netzwerk der Verantwortung

Nach einem breit angelegten Beteiligungsverfahren mit vorab definierten Kriterien zur Umschreibung der Seelsorgeräume steht fest:

Aus den bisher 19 Dekanaten werden 21 Seelsorgeräume. Sie werden mit Beginn des neuen Kirchenjahres 2027, also zum 1. Advent 2026, errichtet.

  • Das Dekanat Bielefeld teilt sich in zwei Seelsorgeräume Bielefeld und Lippe
  • Das Dekanat Hochsauerland Ost teilt sich in zwei Seelsorgeräume:
    a) Bigge-Olsberg, Medebach-Hallenberg und Winterberg
    b) Brilon und Marsberg
  • Alle anderen Dekanate werden in ihren bisherigen Grenzen zu Seelsorgeräumen.

Ein wichtiger Meilenstein, der gemeinsam erreicht wurde. Die Errichtung der Seelsorgeräume bedeutet mehr, als nur neue Strukturen zu schaffen. Es ist ein Raum des Glaubens, ein lebendiges Netzwerk der gemeinsam gelebten Verantwortung. Damit Kirche möglichst nah bei möglichst vielen Menschen bleibt.

Eine klare Struktur mit vielen lebendigen Orten: Fusionen von Kirchengemeinden

Ein Seelsorgeraum wird im Regelfall aus einer Pfarrei bestehen. Ausnahmen kann die  Diözese vorgeben. Ziel ist es, Zuständigkeiten klarer, Entscheidungswege einfacher und Verwaltungsstrukturen schlanker zu gestalten. Gleichzeitig wird eine bessere Vernetzung zwischen den Engagierten und Initiativen ermöglicht.

In der Regel wird es sich bei den Fusionen der Pfarreien um Auflösungen und Neuerrichtungen handeln. Auch hier werden Ausnahmen von der Diözese vorgegeben.

Die Fusionen der Kirchengemeinden erfolgen sukzessive ab dem 01. Januar 2028.
Es geht bei den Fusionen nicht darum, mit Traditionen zu brechen, sondern darum Kirche vor Ort langfristig lebendig zu halten. Ehrenamtlich Engagierte sind dabei eine  tragende Säule in den Kirchorten, Einrichtungnen und Zentren.

 

Geteilte Verantwortung: Leitung der Seelsorgeräume durch kooperative Leitungstrios

Für die Leitung der Seelsorgeräume  soll das Modell der kooperativen Leitung etabliert werden. Es wird kooperative Leitungstrios aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung geben. Das Leitungstrio wird von einer Organisationseinheit auf Diözesanebene geführt.

In der Regel wird ein Dechant unterstützt durch ein erweitertes Team Übergangsleiter, bis das Leitungstrio im Seelsorgeraum etabliert ist.

Die Trios in den Seelsorgeräumen starten sukzessive. Ab Januar 2027 starten die ersten Seelsorgeräume als Lernräume. Die nächsten folgen zu Januar 2028 und dann in Halbjahresschritten zu Juli 2028 und Januar 2029.

Für die Rolle Pfarrers im Leitungstrio wird es ein hybrides Besetzungsverfahren aus Ausschreibung und Ansprache geben. Für die Rollen der Pastoralen Koordination und der Verwaltungsleitung gilt das obligatorische Bewerbungsverfahren. Darüber wird rechtzeitig informiert.

Die Rolle der Pastoralen Koordination ist grundsätzlich für Gemeindereferentinnen und -referenten, Pastoralreferentinnen und -referenten, Priester und ständige Diakone im Hauptamt vorgesehen.

Das Leitungstrio arbeitet auf Ebene des Seelsorgeraumes eng mit dem Rat der Pfarrei und dem Kirchenvorstand zusammen. Unterstützt werden sie von einem  multiprofessionellen Team, welches sich eng mit den Engagierten vernetzt.

In thematischen und lokalen Gemeindeteams an den unterschiedlichen verlässlichen Orten des Seelsorgeraums wird selbstverantwortliches Engagement weiter bestehen.

Ziel ist es, Kirche stärker von den Menschen her zu denken – ausgehend von ihren Fragen, ihren Lebenssituationen und ihren Bedürfnissen.

Vielfalt dezentraler (selbst-)organisierter Initiativen und Netzwerke - So könnten die Substrukturen im Seelsorgeraum aussehen

Ein Seelsorgeraum beinhaltet eine Vielfalt dezentraler (selbst-)organisierter Initiativen und Netzwerke.

  • Zunehmend ehrenamtlich getragene Kirche in vielgestaltiger Form
  • Im Seelsorgeraum: Etablierung von Substrukturen, die so flexibel wie möglich sind, um die Besonderheiten vor Ort aufgreifen zu können (Subsidiarität)
  • Lokale Kirchenentwicklung
  • Ökumenische und nicht-kirchliche Kooperationen
  • Digitale Formen der Vernetzung, Verkündigung und Gemeinschaft

Wie dieses Netzwerk im Seelsorgeraum genau aussehen könnte wird weiter ausgearbeitet und vor Ort diskutiert. Ein mögliches Modell zeigt das Schaubild.

Die nächsten Schritte

Von Sommer bis Ende November 2026

In den künftigen Seelsorgeräumen beginnt eine Bestandsaufnahme, das Profil Phase 1: Welche Orte, Angebote, Stärken, Themen, Projekte und Herausforderungen prägen das kirchliche Leben im neuen Seelsorgeraum?

Herbst 2026

Die ersten Stellen zur Engagementförderung werden besetzt. Zugleich werden lokale Verantwortungsstrukturen (Budgetierung/ Mandatierung) weiter ausgearbeitet und vorbereitet.

Erster Advent 2026

Zum neuen Kirchenjahr werden alle Seelsorgeräume errichtet. Der Grundstein wird gelegt. Damit beginnt die Übergangszeit mit Übergangsleitungen und ersten Lernräumen.

 Advent 2026 bis Advent 2027

Die neuen Seelsorgeräume wachsen in einer geistlichen „Ankerzeit“ zusammen. Haupt- und Ehrenamtliche lernen einander weiter kennen, geistliche Angebote begleiten den Übergang, Erfahrungen und Fragen werden aufgenommen. Wir schaffen Möglichkeiten – in Präsenz und digital – , damit sich Hauptamtliche, Hauptberufliche, Engagierte in den Gremien, Gläubige und Interessierte in den neuen Seelsorgeräumen kennenlernen, spirituelle Angebote wahrnehmen und über Glaubenserfahrungen in den Austausch kommen.

Januar 2027

Der neue Personaleinsatzplan für das Pastorale Personal wird veröffentlicht.

Sommer 2027

Die neue Bistumsverwaltung nimmt ihre Arbeit auf und soll Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verantwortliche vor Ort verlässlicher unterstützen.

Ab 2028

Erste Kirchengemeinden fusionieren im Seelsorgeraum zu einer Pfarrei. Weitere Fusionen erfolgen in den folgenden Jahren sukzessive. Parallel zu den Fusionen werden überörtliche und lokale Verantwortungsstrukturen (z.B. Ausschüsse) aufgebaut.

 2028 bis Anfang 2029

Die Leitungstrios beginnen in Kohorten – jeweils nach Vorbereitung und Qualifizierung.

Die Seelsorgeräume werden mit Start der Leitungstrios in einer weiteren Profilphase 2 ausgestaltet: Pastorales Zentrum, verlässliche Orte, Schwerpunkte und konkrete Formen der Zusammenarbeit werden weiterentwickelt.