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© DocRB_PhotoDesign/Shotshop.com
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Die Umfrageergebnisse zur Digitalen Glaubenskommunikation sind da!

Überraschend, ermutigend und wegweisend – die Ergebnisse der Umfrage geben einen detaillierten Einblick in die digitalen Arbeitsweisen von Haupt- und Ehrenamtlichen.

Die große Beteiligung zeigt die hohe Bedeutung von digitaler Kommunikation für die Pastoraltransformation im Erzbistum Paderborn. Daher lohnt sich ein genauer Blick!

Aufgabe des Teilprojekts Digitale Seelsorge & Glaubenskommunikation ist die Analyse, Weiterentwicklung und Umsetzung einer Digitalstrategie. Der erste Schritt besteht in der Erhebung bestehender Ressourcen: Wie wird Glaube bereits digital kommuniziert? Auf welche Inhalte setzen die Engagierten? Welche Zielgruppen sind im Blick? Die Antworten auf diese und weitere Fragen werden im Folgenden vorgestellt.

Die Ergebnisse basieren auf einem vierwöchigen Befragungszeitraum (9. Februar bis 9. März), in dem sich Engagierte aus Pastoral, Dekanaten und kategorialen Handlungsfeldern an der Umfrage beteiligen und so einen Einblick in ihre digitalen Kommunikationswege eröffnen.

Das Projektteam hat aus dem Datenmaterial verschiedene Thesen entwickelt, anhand derer die Ergebnisse nun veröffentlicht werden:

1. These: Das Thema Digitale Glaubenskommunikation bewegt das Erzbistum

Insgesamt hat sich die hohe Zahl von 190 Personen an der Umfrage beteiligt. Daran zeigt sich bereits eine große Relevanz des Themas.

Die Rückmeldungen belegen eindeutig: Vielen ist längst klar, wie sehr Glaubenskommunikation auf einer Präsenz in digitalen Räumen beruht. Daher gibt es bereits heute ein hohes Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen in diesem Feld (114 zu 76 Personen).

2. These: Die Homepage ist das Kommunikationsmedium Nr. 1

Die These ist wenig überraschend und sollte gleichzeitig nachdenklich stimmen: Denn einerseits ist die Homepage innerhalb des Internets ein wichtiges Informations- und Kommunikationsmedium. Manchen gilt sie als Visitenkarte.  Wer sich über die Pfarrei, das Dekanat oder die Kategorialseelsorge informieren möchte, sollte die wichtigsten Fakten dort übersichtlich aufbereitet finden. Dazu gehören: Termine, Nachrichten, Kontaktmöglichkeiten und Serviceangebote. Dahinter erscheint oft ein ganz klassisches Medium: der Pfarrbrief. In der Regel steht er als Download zur Verfügung.

Andererseits spielt die Musik auch auf anderen Kommunikationsplattformen, durch die man Menschen über die klassischen Gemeindegrenzen hinaus ansprechen könnte. Instagram, YouTube, Facebook, WhatsApp stehen im Nutzungsverhalten nicht nur bei jüngeren Menschen weit oben. Daher besteht eine Aufgabe auch darin, dort mit alltagsnahen Inhalten präsent zu sein.

3. These: Auch in den sozialen Medien mischt das Erzbistum mit

Daher sind gerade die Social-Media-Kanäle der einzelnen Player wichtig. Und die gibt es durchaus. Nur auf welchen Plattformen sind sie präsent?

Eindeutiger Sieger ist das bei vielen Altersgruppen populäre Instagram (104). Facebook (59) folgt auf Platz zwei, ist aber meistens durch die doppelte Ausspielung von Instagram-Inhalten ein verlängerter Arm der Partnerplattform.  WhatsApp (24), Churchpool (6) oder YouTube (16) werden nur selten genutzt.

4. These: Digitale Glaubenskommunikation ist ein Desiderat

Abseits der positiven Ansätze in der vorangegangenen These, bleibt aber festzuhalten: Von 190 Befragten nutzen 25 soziale Medien nach eigenen Angaben gar nicht. Die übrigen 165 verbreiten über Instagram, Facebook und Co. vor allem News, Termine und Veranstaltungshinweise. Dabei zeigt sich eine deutliche inhaltliche Nähe zur klassischen Homepage-Kommunikation (vgl. 2. These). Kreative Ansätze bleiben eher selten, sind aber vorhanden: Die Messdienergruppe nimmt ihre Followerinnen und Follower mit in ihre Gruppenstunde, ein Pastoralteam stellt sich in kurzen Videos im Instagram-Feed vor. Auch Glaubensinhalte tauchen vereinzelt auf – etwa in Form von geistlichen Impulsen, kreativ visualisierten Bibelversen oder Eindrücken aus der Familienkirche. Insgesamt sind solche ideenreicheren Formate jedoch die Ausnahme.

5. These: Digitale Glaubenskommunikation ist ein Feld für Ehrenamtsengagement

Innerhalb der digitalen Glaubenskommunikation gibt es häufig ein gelingendes Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt und das sieht so aus: Die Hauptamtlichen sorgen in der Regel für den formalen Rahmen. Rubriken, Marke und Layout liegen meist in der Hand der Hauptberuflichen. Diese Voraussetzungen ermöglichen gleichzeitig ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich, welches sich durchaus vielfältig und unterschiedlich zeigt. Sowohl Zeitumfänge, individuelle Freiheiten und Inhalte variieren stark.  Dennoch kann verbindend festgehalten werden: Dieses Zusammenspiel sollte weiter gestärkt werden. Durch Aus- und Fortbildungsangebote sowie durch die Unterstützung von Ehrenamtsförderinnen und Ehrenamtsförderern, kann die Qualität und der Mut für (neue) Formate gesteigert werden. Dieser Bedarf wird auch durch die Teilnehmenden der Umfrage aktiv eingefordert.

6. These: Es fehlt an Zielgruppensensibilität

Ziel digitaler Glaubenskommunikation ist eine möglichst hohe Reichweite. Es sollen alle angesprochen werden, so ein weit verbreitetes Missverständnis. Denn wer diesen Versuch unternimmt, täuscht sich selbst. „Alle“ ist keine Zielgruppe! Entscheidend ist vielmehr ein klares Bewusstsein für die Zielpersonen. Diese möchten nämlich passgenau angesprochen werden. Ein Firmbewerber stolpert über ein lustiges TikTok, die Eltern über gute Erklärvideos für ihre Kinder, eine Singlefrau über ein katholisches Angebot zum Socializen. Fest steht: Je anschaulicher Content-Creator ihre Zielgruppe adressieren, desto größer ist die Reichweite und desto wirksamer ihre Kommunikation.

7.  Thesen: Hohe Motivation bei gleichzeitiger Ressourcenknappheit

Die Ergebnisse zeigen eine hohe Motivation der Engagierten.  Über ein Drittel haben sogar sehr viel Spaß (35,8 Prozent) am Feld Digitaler Glaubenskommunikation. Jedoch verlangt gute Kommunikation zeitliche Ressourcen. Mehr als deutlich artikulieren die Umfrageteilnehmenden ihre Unzufriedenheit über die zeitlichen Kapazitäten (41,6 Prozent). Hier besteht eindeutiger Handlungsbedarf, um die Freude und den Einsatz für digitale Glaubenskommunikation hochzuhalten oder im besten Fall zu stärken. Denn die prinzipielle Bereitschaft zum Engagement in diesem Feld ist eindeutig vorhanden. Das Teilprojekt kann daher auf einen guten Resonanzraum bauen.

8. These: Es braucht eine Stärkung der digitalen Glaubensstrategie durch Ressourcen und Fortbildung

Jetzt kommen die Engagierten selbst zu Wort. Denn sie sind es, die ihre Kreativität und Inspiration und nicht selten auch ihr Gesicht einbringen:

  1. „Es braucht dringend Kapazitäten für dieses Feld.“
  2. „Wir brauchen professionelle Unterstützung.“
  3. „Ein MUSS um junge Menschen zu erreichen.“
  4. „Ein Feld das immer unterschätzt wird.“
  5. „Digitale Glaubenskommunikation sollte zukünftig zu meiner Kernkompetenz zählen.“
  6. „Wenn man genau hinschaut, ist das ein Vollzeitjob.“
  7. „Anhand des Fragebogens merke ich: Bei uns findet zu wenig crossmediales Arbeiten statt. Dringender Nachholbedarf!“
  8. „Eine Chance unseren Glauben sichtbar zu machen – diese sollten wir nicht verstreichen lassen.“

9. These: Die Umfrage hat einige Learnings für das Teilprojekt Digitale Seelsorge & Glaubenskommunikation eruiert

Die Umfrage war ein Erfolg und hat das Teilprojekt vorangebracht. Die Mitarbeitenden können neue Motivation aus den Ergebnissen ziehen. Denn: Die Bedeutung von Digitaler Glaubenskommunikation ist bei Hauptberuflichen wie Ehrenamtlichen längst angekommen. Sie wird nicht selten als Pastoraler Ort und Raum von Kirche identifiziert.

Gleichzeitig ragen Handlungsfelder aus den Rückmeldungen heraus. Pointiert ausgedrückt: Es braucht mehr Professionalität, mehr Unterstützung und mehr Raum für Entwicklung. Denn den Glauben digital zu kommunizieren ist zeitintensiv und läuft vielerorts zu sehr nebenher. Deshalb sind zusätzliche Unterstützungsleistungen ebenso notwendig wie personelle und finanzielle Ressourcen. Möglichkeiten wären zum Beispiel Digitallotsinnen und Digitallosten, die Engagierte in der Pastoral begleiten.

Auch Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Haupt- und Ehrenamtliche sind ein wichtiger Schlüssel: zum Beispiel zu Zielgruppendefinition, Gestaltung oder Layout sowie dem Sprechen in die Kamera. Denn nur so entsteht Sicherheit und Ausdrucksstärke!

Oft steckt die Digitale Glaubenskommunikation noch in den Kinderschuhen und bleibt nicht selten bei einer digitalen Version klassischer Pfarrnachrichten stehen. Umso wichtiger ist es, Räume für Vernetzung zu eröffnen, in denen neue Ideen entstehen, Inspirationen geteilt und Projekte gemeinsam umgesetzt werden können. So kann Digitale Glaubensverkündigung zukünftig weiterwachsen – qualitativ wie quantitativ.

Am Ende steht der herzliche Dank für die zahlreichen Rückmeldungen. Sie haben dem Teilprojekt viele Diskussionsanstöße gegeben und zur Weiterarbeit inspiriert!

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