logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Bärbel Kiffmeyer / Erzbistum Paderborn
© Bärbel Kiffmeyer / Erzbistum Paderborn

Transformation kann nur gemeinsam gelingen

Viele Menschen im Erzbistum beschäftigt die Frage, wie sie sich am Prozess der pastoralen Transformation beteiligen können. Tobias Heinrich, Leiter der Koordinierungsstelle für pastorale Transformation, gibt Antworten.

Das Interview erschien in gekürzter Form in der wirzeit 2/2025

Redaktion

Wie ist der Transformationsprozess vor Ort aufgenommen worden?

Tobias Heinrich

Wir haben in den vergangenen Wochen viele Zuschriften und Aussagen von Menschen erhalten, die den eingeschlagenen Weg der Pastoraltransformation mittragen und konstruktiv mitgestalten wollen. Das freut uns sehr. Das Motto des Bistumsprozesses „Glauben.Gemeinsam.Gestalten“ bekommt dadurch richtig Kontur und Gesicht. Natürlich gibt es sowohl Lob als auch Kritik an der Prozessgestaltung, aber das ist völlig normal.

Redaktion

Wie sah die Beteiligung am Transformationsprozess bis jetzt aus?

Tobias Heinrich

Man muss sehen: Die wesentlichen Elemente der Pastoralen Gesamtlandschaft 2040 sind das Ergebnis eines langen Weges, an dem viele beteiligt waren. Oder sie stammen aus den Beobachtungen des Erzbischofs und der Bistumsleitung von den Dekanatsreisen. Auch Praktikerinnen und Praktiker in der Seelsorge und ehrenamtlich Engagierte haben in diversen Arbeitsformaten und Workshops die jetzige Etappe des Bistumsprozesses vorbereitet und somit mitentwickelt. Beteiligung ist in 20 Jahren Bistumsentwicklung geübte Praxis im Erzbistum Paderborn geworden, sie startet nicht erst jetzt. Und auch jetzt gibt es viele Möglichkeiten, sich aktiv in den Prozess einzubringen.

Redaktion

Wie wichtig ist Ihnen das?

Tobias Heinrich

Sehr wichtig. Die Transformation ist ein gemeinsamer Wandel, der auch nur gemeinsam gelingen kann. Die Richtungsentscheidungen, die wir im April vorgestellt haben, sind ein Rahmen. Er will von möglichst vielen Menschen mit möglichst vielen guten Ideen gefüllt werden.

„Wir dürfen aus meiner Sicht generell nicht vergessen, dass diese neue Etappe der Bistumsentwicklung gerade erst gestartet ist und wir mehr und mehr das „Konzept“ der Synodalität mit Leben füllen müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind und wir werden weiterhin viel investieren, um möglichst viel Sicherheit auch in sicherlich unsicheren Zeiten in diesem Prozess zu geben. Es gibt ein für mich passendes Zitat des Utrechter Pastoraltheologen Jan Loffeld, welches für mich sehr Mut machend und auch entlastend ist, weil es kirchliche Prozesse noch einmal in das Große-Ganze des Christseins einordnet. Er sagt, dass wir das „Vertrauen [brauchen], dass Gott eine Zukunft schenkt, die wir mitgestalten, aber nicht allein selbst machen werden oder müssen.“.“

Tobias Heinrich, Leiter der Koordinierungsstelle für pastorale Transformation

Redaktion

Was antworten Sie den Menschen, die trotzdem mehr Beteiligung wollen?

Tobias Heinrich

Zunächst ist es für uns immer wichtig zu erfahren, woran Menschen beteiligt sein wollen und in welcher Form. Möchte man nur gut informiert werden, möchte man konkret mitgestalten, möchte man in den späteren Seelsorgeräumen Verantwortung übernehmen, möchte man in diözesanen Arbeitsgruppen mitarbeiten? Die Bandbreite, wenn man von Beteiligung spricht, ist sehr groß. Hier gilt es, gut hinzuhören und zu verstehen, wo die Bedarfe sind.

Redaktion

Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es konkret?

Tobias Heinrich

Von Mai bis Oktober finden die zwölf so genannten Regionalkonferenzen statt, bei denen Generalvikar Dr. Bredeck und ich im Gespräch mit den Engagierten vor Ort sind. Diese Veranstaltungen werden erstaunlich gut angenommen. Darüber hinaus gibt es weitere digitale, zentrale und dezentrale Formate. Bei allen wird über die Richtungsentscheidungen der Bistumsleitung informiert. Wichtiger ist es aber, Rückfragen zu beantworten, zu hören, was die Menschen vor Ort bewegt, Resonanzen einzuholen und gemeinsame Umsetzungsmöglichkeiten auszuloten. Auch über die Mailadresse bistumsprozess@erzbistum-paderborn.de sind in den letzten Wochen positive Rückmeldungen, aber auch ernstzunehmende Fragen und Sorgen eingegangen.

Redaktion

Und wenn es konkret um die Umsetzung geht?

Tobias Heinrich

Hier haben wir gerade die grundsätzliche Arbeitsstruktur für die Transformation aufgebaut. Sie umfasst viele Arbeitspakete, für die es auch Möglichkeiten zur Beteiligung gibt. Klar ist, dass die Teilprojektgruppen mit Personen besetzt sein werden, die eine Kompetenz für das jeweilige Thema mitbringen. Die Expertise der Praktikerinnen und Praktiker aus der Seelsorge ist wichtig! Ich hoffe, an all dem wird deutlich, dass wir uns bistumsseitig sehr darum bemühen und auch weiterhin darum bemühen werden, dass diese Transformation ein gemeinsamer Wandel wird, denn er kann nur gemeinsam gelingen.

Redaktion

Welche Rolle spielen weitere Player im Erzbistum?

Tobias Heinrich

Es ist uns ein Anliegen, dass die verschiedenen Ebenen der Diözese das Thema Beteiligung bewegen und Angebote schaffen, bei denen Menschen ihre Ideen und Emotionen einbringen können. Wichtige Akteure sind da die Dekanate und die Pastoralen Räume. Der größte Gestaltungsspielraum wird aber in den künftigen Seelsorgeräumen liegen. Bei der Bildung der Pastoralen Zentren, verlässlichen Orte, diakonischen und missionarischen Schwerpunkte usw. brauchen wir Menschen, die sich engagieren und beteiligen.

Redaktion

Welches Anliegen bewegt sie derzeit mit Blick auf die Transformation?

Tobias Heinrich

Wir dürfen aus meiner Sicht generell nicht vergessen, dass diese neue Etappe der Bistumsentwicklung gerade erst gestartet ist und wir mehr und mehr das „Konzept“ der Synodalität mit Leben füllen müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind und wir werden weiterhin viel investieren, um möglichst viel Sicherheit auch in sicherlich unsicheren Zeiten in diesem Prozess zu geben. Es gibt ein für mich passendes Zitat des Utrechter Pastoraltheologen Jan Loffeld, welches für mich sehr mutmachend und auch entlastend ist, weil es kirchliche Prozesse noch einmal in das Große-Ganze des Christseins einordnet. Er sagt, dass wir das „Vertrauen [brauchen], dass Gott eine Zukunft schenkt, die wir mitgestalten, aber nicht allein selbst machen werden oder müssen.“

Weitere Einträge

© Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Glauben. Gemeinsam. Gestalten. Zukunft Erzbistum Der Podcast zur Transformation

In der neuen Podcastfolge „Zukunft Erzbistum“ trifft Podcaster Tobias Schulte im Sauerland auf André Schulte – Feuerwehrmann, Ehrenamtlicher, frisch im Kirchenvorstand. in Gespräch über Gemeinschaft, Verantwortung und darüber, warum Transformation nur gelingt, wenn man sie mit Leben füllt.
© Alex from the Rock / Shutterstock.com

Glauben. Gemeinsam. Gestalten. Zukunft Erzbistum Der Podcast zur Transformation

Wie sieht die Zukunft im Erzbistum Paderborn aus? Wie verändert sich Kirche konkret vor Ort und in der Verwaltung?

Glauben. Gemeinsam. Gestalten. Austausch zur Zukunft der Pastoral: Generalvikare laden zur digitalen „Aktuellen Stunde“ ein

Neues digitales Dialogformat am 15. Januar soll Informationsfluss im Bistumsprozess stärken – offen für hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierte